September 28, 2026

Presseinformation: Frauenpolitik in Zeiten der Haushaltkonsolidierung

Elterngeld, Frauengesundheit, Pflegereform: Mareike Lotte Wulf MdB stellt sich den Fragen der LandFrauen.

Hannover, 28. September 2026 – Die geplanten Kürzungen des Bundeshaushaltes 2027 geben Anlass zu Kritik und Besorgnis. Insbesondere die Frage, ob Frauen die Hauptlast schultern werden, treibt LandFrauen um. Deshalb hat der Niedersächsische LandFrauenverband Hannover (NLV) Mareike Lotte Wulf MdB zu einem Online-Austausch eingeladen. Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte sich den Fragen der 33 Teilnehmerinnen.
Kontrovers wurde dabei die mögliche Kürzung beim Elterngeld diskutiert. „Das Modell für das Elterngeld muss so ausgestaltet werden, dass es weder für Mütter noch für Väter finanzielle Nachteile in der weiteren Erwerbsbiografie mit sich bringt“, forderte Ilka Holsten-Poppe. Vor allem die Deckelung des Höchstsatzes auf 1.900 Euro gehe an der finanziellen Realität vorbei und bringe mit sich, dass so viele Väter in Vollzeit weiterarbeiten, ergänzte die Vizepräsidentin Nord des NLV.
„Es ist noch kein Modell festgelegt“, betonte Wulf, warb aber allgemein für Verständnis für die Kürzungen, da nicht mehr Geld ausgegeben werden könne, als im Bundeshaushalt vorgesehen sei und ein Schwerpunkt der Ausgaben auf den Verteidigungshaushalt entfalle.
Auch Kürzungen im Gesundheitsbereich würden vor allem Frauen treffen, sagte eine Teilnehmerin. Gerade bei der Vorsorge bei Kindern zu sparen, wäre das falsche Signal. Wulf antwortete, dass nicht bei den Leistungen, sondern bei den Vergütungen in diesem Bereich Einsparungen geplant sein.

Weitere Teilnehmerinnen fragten danach, warum das Kindergeld nicht einkommensbezogen gezahlt werde und ob geplant sei, die Steuerklassen 3 und 5 abzuschaffen. Denn diese bewirkten, dass viele Frauen zu wenig für ihre eigene Altersvorsorge einzahlten.
Wulf erklärte, dass das Kindergeld eine kindbezogene Leistung sei, Einkommensunterschiede jedoch bei der Steuererklärung zum Tragen kämen. Für die Abschaffung der Steuerklassen 3 und 5 gäbe es derzeit keinen Konsens in der Regierung.
Zum Thema Pflegereform verwies Wulf darauf, dass die Pflege aufgrund der demografischen Entwicklung und der Verbesserung von Leistungen und Erhöhung der Vergütungen im Pflegebereich stark unter Druck stehe und nicht mit den vorhandenen Mitteln finanziert werden. Wie die Reform genau ausgestaltet werden solle, liege noch nicht auf dem Tisch. Deshalb bot Wulf einen weiteren Austausch zu einem späteren Zeitpunkt an.
Abschließend richtete die NLV-Präsidentin Elisabeth Brunkhorst die Frage „Welcher Punkt aus dem Bundeshaushalt stärkt Frauen im ländlichen Raum konkret?“ an die Referentin. Wulf nannte die die frühen Hilfen: Der Etat für kleine Kinder bzw. ihre Betreuung in Kindertagesstätten und Krippen werde um 1,5 Milliarden aufgestockt. Insbesondere die Sprachbildung stehe hier im Fokus.

Über den Niedersächsischen LandFrauenverband Hannover e.V.
Der Niedersächsische LandFrauenverband Hannover e. V. (NLV) vertritt die Interessen aller Frauen und Familien im ländlichen Raum Niedersachsens – unabhängig von Alter, Beruf und Herkunft. Mit 60.000 Mitgliedern in 248 Ortsvereinen und 37 Kreisverbänden ist er der größte Mitgliedsverband im Deutschen LandFrauenverband. Sein Verbandsgebiet erstreckt sich in Niedersachsen östlich der Weser. Der NLV setzt sich ein für die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen, für Bleibeperspektiven im ländlichen Raum, die Stärkung der Hauswirtschaft als Alltagskompetenz und Profession und den Dialog zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern. Weitere Schwerpunkte des NLV sind Bildungs- und Projektarbeit. Präsidentin ist Elisabeth Brunkhorst.