04.04.2019

Pressemitteilung: Selbst ist die Frau – Existenzgründerinnen im ländlichen Raum stärken

Neues Projekt des Deutschen LandFrauenverbands startet mit Fachkonferenz

Zum Auftakt des neuen Bundesprojektes „Selbst ist die Frau“ veranstaltet der Deutsche LandFrauenverband (dlv) eine Fachtagung in Berlin. Expertinnen und Experten aus der Gründungsszene, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verbänden sowie LandFrauen und Selbstständige haben sich dort über die Bedarfe von Gründerinnen auf dem Land ausgetauscht. Die Anwesenden machten deutlich, wie wichtig Infrastruktur, Kinderbetreuung, passende Kreditrahmen von Banken, weibliche Vorbilder und gendersensible Beratung sind, damit Frauen im ländlichen Raum gründen.

„Der ländliche Raum braucht innovative Gründerinnen in allen Branchen, um wirtschaftlich stark zu sein. Deshalb sage ich: Frauen, traut euch! Ich sage aber auch, dass es ohne gute Rahmenbedingungen nicht geht“, so Brigitte Scherb, Präsidentin des dlv, bei der Fachtagung. Der dlv stärkt mit dem neuen Bundesprojekt (potentielle) Selbstständige vor Ort. Gefördert wird das Projekt in den nächsten zwei Jahren vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Dass es noch immer geschlechtsspezifische Unterschiede im Gründungsprozess gibt, machte Karolina Decker von FinMarie deutlich. Decker erklärte beispielsweise, dass Frauen bei Gründungen einen schwierigeren Zugang zu Krediten hätten als Männer. Dies läge auch daran, dass Banken ihre Kredite stark an einer männlichen Erwerbsbiographie ausrichten. Dr. Christiane Bannuscher, Regionalverantwortliche der bundesweiten gründerinnenagentur (bga), wies auf die Bedeutung von Beratungen hin, die gezielt die Bedarfe von Frauen in den Blick nehmen. Im ländlichen Raum gibt es aber noch zu wenige solcher Angebote - eine Lücke, die das dlv-Projekt schließen will. LandFrauen werden vor Ort zu Ansprechpartnerinnen beim Thema Gründung.

Die Unternehmensberaterin Stephanie Lange machte deutlich, wie wichtig gute Rahmenbedingungen in ländlichen Regionen für Gründerinnen sind. Aber auch Vorbilder und die Art und Weise, wie gesellschaftlich das Bild von Gründung geprägt ist, beeinflussen Frauen, erklärte Ines Spanier vom Verband deutscher Unternehmerinnen.

Annette Maltry, stellvertretende Leiterin der Abteilung „Gleichstellung“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betonte, dass Gründerinnen die Unternehmenskultur in Deutschland vielfältiger machen. In ihrem Grußwort sagte sie: „Für die Gesellschaft ist das Innovationspotential von Gründerinnen von wesentlicher Bedeutung, denn wir brauchen – wie im wirklichen Leben – neben der männlichen Sichtweise auch die weibliche Perspektive.“

Jetzt bewerben: Bis Ende April können sich LandFrauen mit Gründungserfahrung für eine Teilnahme in dem Projekt bewerben. LandFrauen werden darin zur ersten Kontaktperson für potenzielle Gründerinnen und motivieren Frauen in regionalen Workshops dazu, sich mit beruflicher Selbstständigkeit auseinanderzusetzen.

Nähere Informationen zur Teilnahme und den Bewerbungsbogen finden Sie hier: www.landfrauen.info/selbst-ist-die-frau/.

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