Juni 15, 2026

Zwischen Memel, Maschinen und Mutmacherinnen: „Diese Reise hat unseren Blick auf Europa geschärft!“

Frauen führen Betriebe, leiten Unternehmen und treffen wichtige Entscheidungen für die Zukunft ländlicher Räume. Auf einer Bildungsreise des NLV durch Lettland und Litauen kamen die LandFrauen mit starken Frauen in Führung ins Gespräch.

Starke Frauen, neue Perspektiven und europäischer Austausch: Die Bildungsreise des NLV durch Lettland und Litauen prägte die Teilnehmerinnen nachhaltig.
Foto: NLV

Hannover, 15. Juni 2026 – Im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft führte eine vom Niedersächsischen LandFrauenverband Hannover (NLV) angebotene Reise die Teilnehmerinnen durch Lettland und Litauen. „Diese Reise hat unseren Blick auf Europa geschärft“, sagt Elisabth Brunkhorst. „Besonders geprägt haben uns die starken Frauen in Landwirtschaft und Wirtschaft, die gelebte Gemeinschaft innerhalb der Gruppe und die vielen persönlichen Eindrücke. Zugleich wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert Freiheit und Demokratie in den baltischen Staaten haben“, fasst die NLV-Präsidentin ihre Eindrücke zusammen.

Gleich zu Beginn lernte die Reisegruppe in Lettland einen Cidre-Betrieb kennen. Die Betriebsleiterin stellte das Unternehmen vor: Aus regionalen Äpfeln werden hochwertige Cidre-Spezialitäten hergestellt. Die LandFrauen erhielten Einblicke in die Verarbeitung, Vermarktung und die Bedeutung regionaler Wertschöpfung.
Besonders eindrucksvoll war der Besuch beim litauischen Landtechnikunternehmen IVABALTE, dem Fendt-Importeur des Landes. Die Geschäftsführerin Monika Tarvydytė sprach offen über ihren Weg in einer Branche, die nach wie vor überwiegend von Männern geprägt ist. Sie berichtete, dass sie zu Beginn ihrer Laufbahn häufig unterschätzt wurde und sich ihren Platz erst erarbeiten musste. Besonders in Erinnerung blieb NLV-Präsidentin Elisabeth Brunkhorst ihre Botschaft zur Hofnachfolge: Väter sollten auch ihre Töchter als mögliche Nachfolgerinnen in den Blick nehmen. Entscheidend seien Fähigkeiten, Engagement und Leidenschaft, und nicht das Geschlecht.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes bei Kruonis. Die Betriebsleiterin Jolanta Grey zeigte, wie selbstverständlich Frauen heute Verantwortung in der modernen Landwirtschaft übernehmen. Mit einem Augenzwinkern erzählte sie, dass nicht sie den Hof verlassen habe. Stattdessen kam ihr Mann aus der Stadt auf den Betrieb.
Auf der Sanddornfarm „Zelt“, dem größten Sanddorngarten Lettlands, entstehen aus den Beeren Produkte für Ernährung, Schönheit und Gesundheit. Die LandFrauen erfuhren dort anschaulich, wie Ideen und Unternehmergeist zur Entwicklung ländlicher Regionen beitragen können.

Neben den fachlichen Programmpunkten lernten die Teilnehmerinnen die Geschichte, Kultur und Gegenwart der baltischen Staaten kennen. Eindrücklich waren unter anderem die Besuche in Riga, Klaipėda, Kaunas und Vilnius sowie die Gespräche über die politische Situation in der Region. Die Nähe zu Russland und die bewegte Geschichte machten deutlich, wie wertvoll Frieden, Freiheit und europäischer Zusammenhalt sind. „Diese Erfahrungen und Erkenntnisse nehmen wir mit nach Hause und tragen sie weiter“, lautet das Fazit von Elisabeth Brunkhorst.

 

Bildunterschrift (Baltikum Gruppenbild): Starke Frauen, neue Perspektiven und europäischer Austausch: Die Bildungsreise des NLV durch Lettland und Litauen prägte die Teilnehmerinnen nachhaltig.
Foto: NLV

Bildunterschrift (Baltikum Tarvydytė): Töchter als Nachfolgerinnen im Blick: Monika Tarvydytė (re.) vom Landtechnikunternehmen IVABALTE tauschte sich mit Elisabeth Brunkhorst und den LandFrauen aus.
Foto: NLV

Bildunterschrift (Baltikum Grey): Frauen gestalten Landwirtschaft: Betriebsleiterin Jolanta Grey (li.) zeigte den LandFrauen ihren Betrieb bei Kruonis.
Foto: NLV